Michael Müller, designierter Regierender Bürgermeister von Berlin setzt neue Zeichen in der Verkehrspolitik.

Neue Verkehrspolitik in Berlin?

Michael Müller, der designierte Regierende Bürgermeister von Berlin, setzt Zeichen zugunsten der FussgängerInnen. Steht Berlin auch hier vor einem Paradigmenwechsel?

Ein Haus, ein Auto, ein Fahrrad, zwei Fußgänger und ein Tempo-20-Hinweis. “Berliner Begegnungszone” steht über den weißen Piktogrammen auf dem lindgrünen Schild, das Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) am Freitag präsentierte. “Dieses nichtamtliche Schild, das durch ordentliche Verkehrsschilder ergänzt wird”, so Müller, wird künftig auf Berlins erste “Begegnungszonen” hinweisen.

Sie sollen im Rahmen des Senatsprogramms für eine fußgängerfreundlichere Stadt Sicherheit und Rücksichtnahme fördern. Mit Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Stundenkilometern, schmaleren Fahrbahnen zugunsten von mehr Grün- und Aufenthaltsflächen sowie Verlagerung des Radverkehrs auf die Straße. Das alles soll ein entspannteres Miteinander von Auto-, Fuß- und Radverkehr ermöglichen.

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Hotel Regina vor Spekulation gerettet!

Schweiz am Sonntag
2. November 2014

SP-Hotelier gegen SVP-Spekulant
Christof Moser ist Redaktor bei der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Die senkrechten Felswände auf der gegenüberliegenden Talseite, die das Panorama prägen: Sie sind der Blickfang der Feriengäste, die nach Mürren reisen, um sich von der alpinen Schroffheit in den Bann ziehen zu lassen. Hoch über dem Lauterbrunnental gelegen, bietet der Berner Oberländer Tourismusort direkte Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Entsprechend grandios ist die Aussicht von der Terrasse des Hotels Regina, gebaut 1895 im legendären Jugendstil der Belle Epoque und inzwischen mit jener Patina überzogen, die den Glanz der touristischen Anfänge Ende des 19. Jahrhunderts in den Schweizer Berggebieten nur noch erahnen lässt. Der Mann, der Besucher stolz durch dieses historische Schmuckstück führt, ist kein Unbekannter: Peter Vollmer (68) war früher Berner SP-Nationalrat, heute ist er unter anderem Verwaltungsratspräsident der RMH Regina Mürren Holding AG, die das Hotel diesen Sommer gekauft hat.

Vollmer war vor 25 Jahren mit seiner Familie regelmässig Gast im Hotel Regina. Jetzt ist er Mitbesitzer. 115 Betten, 45 Zimmer, 12 Mitarbeiter – ein Kleinbetrieb ist das Hotel nicht. Als die ersten Gerüchte aufkamen, dass das Traditionshaus zum Verkauf stehen soll, wandte sich Vollmer an die beiden Besitzerfamilien. Daraus entstand eine Interessengemeinschaft und schliesslich eine Holding, um den Betrieb aus der Aktiengesellschaft der früheren Besitzer herauszukaufen – «für einen tiefen einstelligen Millionenbetrag», wie Vollmer sagt. Den Zuschlag für den Kauf erhielten Vollmer und seine Mitstreiter nicht zuletzt deshalb, weil sie versicherten, das Hotel im Geist der Vergangenheit zu erhalten. «Jetzt sind wir an den Renovationsarbeiten. Ein paar Pinselstriche reichen nicht», sagt Vollmer. «Wir wollen das ‹Regina› als einfaches Mittelklasse-Hotel weiterführen und müssen dafür in den Erhalt der Bausubstanz investieren.» Interesse am Hotel zeigten auch russische und israelisch-australische Investoren, die das Haus in Eigentumsappartements umwandeln wollten. Dies ist die derzeit beliebteste Methode, um die Bestimmungen der Zweitwohnungsinitiative zu umgehen.

Die Gemeinde Lauterbrunnen, zu der Mürren gehört, hat einen Zweitwohnungsbestand von 60 Prozent – 40 Prozent mehr, als der Verfassungsartikel zulässt. Trotzdem kann ein Hotel in Zweitwohnungen umgewandelt werden, wenn es nicht mehr rentabel betrieben werden kann – unter anderem mit diesem Schlupfloch hat die bürgerliche Parlamentsmehrheit die Zweitwohnungsinitiative praktisch ausgehebelt. Der Schweizer Immobilienmarkt ist als Geldanlage beliebt. Minimales Crash-Risiko, kaum Inflation, keine Währungsrisiken – und 6 Prozent Wertsteigerung pro Jahr. Immobilienkäufe unterstehen zudem nicht dem Geldwäschereigesetz. «Niemand muss fragen, woher das Geld kommt», sagt die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, die sich erfolglos dafür einsetzte, die 1998 gelockerten Bestimmungen der Lex Koller wieder auf Gewerbeflächen auszudehnen, zu denen auch Hotels zählen. Während die Bewilligungen für den Kauf von Ferienwohnungen durch Ausländer seit dem Ja zur Zweitwohnungsinitiative auf einen historischen Tiefststand gesunken sind, ist der Run ausländischer Investoren auf touristische Investitionsobjekte ungebrochen. 46 Prozent der Investitionen in Schweizer Fünf-Sterne-Hotels tätigen heute Ausländer, wie kürzlich eine Studie des Instituts für Tourismus in Sierre ergeben hat. Kleinere, weniger luxuriöse Hotelobjekte wechseln den Besitzer, ohne statistisch erfasst zu werden.

«Im Berner Oberland sind in den letzten Jahren sehr viele Hotels in ausländischen Besitz übergegangen – nicht zuletzt, weil Einheimische nur schwer an Bankkredite kommen, um einen Kauf zu finanzieren», beobachtet Urs Graf, SP-Gemeindepräsident von Interlaken. Wegen der eingeschränkten Renditemöglichkeiten werden die Hotels oft nicht weiterbetrieben, sondern in Wohneigentum umgewandelt, die zur Geldanlage dienen. Deshalb sind Peter Vollmer und seine Investorengruppe, bestehend aus ehemaligen und heutigen Hotelgästen, im Fall des Hotels Regina aktiv geworden: «Wir wollten verhindern, dass das Hotel zum Renditeobjekt ausländischer Investoren verkommt und als Hotel aufgegeben wird», sagt Vollmer.

Der Denkmalschutz begünstigte den Kauf durch die einheimische Käufergruppe: «Da haben wir mit unserem Konzept einer sanften Renovation und dem Weiterbetrieb als Hotel gepunktet.» Fast wäre der Verkauf jedoch an der Kinder- und Erwachsenenschutz-Behörde (KESB) gescheitert, die auf Verkäuferseite in die Verhandlungen involviert war. Die KESB forderte im Namen ihres Klienten plötzlich einen höheren Verkaufspreis. Vollmer, der Linke, spricht von «staatlicher Preistreiberei». Doch die linken Hotelinvestoren haben in ihrem Kampf gegen den Ausverkauf der Heimat die Rechnung auch ohne den Immobilienmakler gemacht, der das Hotel Regina im Auftrag der Verkäuferfamilien zuerst ausländischen Investoren angeboten hat. Jürg Zumkehr, Hotelimmobilienhändler und SVP-Gemeinderat in Interlaken, sind wegen des Zuschlags für Vollmer und Co. die Maklergebühren entgangen. Jetzt droht daraus ein Rechtsstreit zu werden – «es geht um mehrere zehntausend Franken», wie Zumkehr bestätigt. «Auf meiner Forderung bestehe ich und hoffe, wir werden uns einig. Sonst wird ein Gericht entscheiden müssen.» Die Kritik, dass ausgerechnet er als SVP-Politiker den Ausverkauf der Heimat vorantreibe, hört Zumkehr nicht zum ersten Mal – und kontert: «Ohne Investoren aus dem Ausland könnten viele Hotels nicht verkauft werden. Von ausländischen Käufern profitieren bei Hotels im Gegensatz zu den Zweitwohnungen letztlich alle. Und wenn ich an Schweizer Käufer verkaufen kann, tue ich das gerne.»

 

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Herbst 2014 in Mürren

Wer hätte das im verregneten Sommer vorausgesagt:

Grossartige Herbstwanderung am letzten Oktobersonntag oberhalb von Mürren.
Angenehme Temperaturen, tiefblauer Himmel, farbenreiche Herbstvegetation, einmalige Fernsicht, faszinierendes Licht.

(Bild mit iPhone)

Berlin Marathon 2014

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Am 28. September 2014 war es wieder soweit:

Einmal mehr den jährlichen Marathon geschafft. Das Durchstehen der 42.195 km war wie immer eine Sache im Kopf!
Fragt mich nicht nach der Zeit. Sie ist unwichtig!

 

Das Buch dazu:
Haruki Murakami, Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede, München 2007

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